Die SPD nimmt auf den am 01.08.2026 in der FLZ erschienenen Artikel „Der Wahlkreis Ansbach soll kleiner werden“ Bezug. Es ist uns als SPD-Kreistagsfraktion Ansbach sowie den SPD Bürgermeister*innen aus Kernfranken keine Anfrage der FLZ zur diskutierten Veränderung des Wahlkreises Ansbach bekannt. Aus diesem Grund beziehen wir hier Stellung zu möglichen Auswirkung des neu gedachten Zuschnitts des Wahlkreises:
Die SPD-Kreistagsfraktion sowie die drei SPD-Bürgermeister*innen aus Kernfranken kritisieren die derzeit diskutierten Pläne zur Neuordnung der Bundestagswahlkreise. Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten unterstützen ausdrücklich das Ziel der Wahlrechtsreform, den Deutschen Bundestag zu verkleinern und seine Arbeitsfähigkeit langfristig zu sichern. Der aktuell diskutierte Zuschnitt der Wahlkreise würde jedoch den Landkreis Ansbach und insbesondere die Region Kernfranken politisch schwächen.
Die geplante Zuordnung der Kommunen Windsbach, Neuendettelsau und Heilsbronn zum Wahlkreis Roth würde eine über Jahrzehnte gewachsene Region auseinanderreißen. Kernfranken bildet heute einen gemeinsamen Wirtschafts-, Bildungs- und Lebensraum mit enger Zusammenarbeit in den Bereichen Infrastruktur, Verkehr, Schulen und kommunale Entwicklung.
„Eine Wahlkreisreform darf nicht dazu führen, dass funktionierende Regionen künstlich zerschnitten werden. Wer Kernfranken aufteilt, schwächt die politische Stimme des gesamten östlichen Landkreises Ansbach. Gute Wahlkreisgrenzen orientieren sich nicht nur an Einwohnerzahlen, sondern auch an gewachsenen Strukturen und den Lebensrealitäten der Menschen.“ Petra Hinkl, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Ansbach-Land
Die SPD warnt davor, dass künftig unterschiedliche Bundestagsabgeordnete dieselbe Region vertreten müssten. Gerade bei Zukunftsprojekten wie der Sicherung der medizinischen Versorgung würde dies eine abgestimmte Interessenvertretung gegenüber Bund und Freistaat erheblich erschweren.
„Unsere Bürgerinnen und Bürger leben nicht in getrennten Welten. Sie arbeiten über Gemeindegrenzen hinweg, ihre Kinder besuchen dieselben Schulen, engagieren sich in denselben Vereinen und nutzen dieselbe Infrastruktur. Genau diese Realität muss sich auch in den Wahlkreisgrenzen widerspiegeln.“ Christoph Schmoll, Erster Bürgermeister von Neuendettelsau
Auch die kommunale Zusammenarbeit in Kernfranken würde durch eine Aufteilung der Region geschwächt. Seit vielen Jahren entwickeln die beteiligten Städte und Gemeinden gemeinsam Projekte der Regionalentwicklung. Diese erfolgreiche Kooperation darf nicht durch eine rein mathematische Neuordnung der Wahlkreise beeinträchtigt werden.
„Kernfranken ist längst mehr als eine kommunale Kooperation – es ist eine starke Region mit gemeinsamer Identität. Wer sie auf unterschiedliche Wahlkreise verteilt, erschwert die gemeinsame politische Interessenvertretung und gefährdet erfolgreiche Zusammenarbeit.“ Eva Didion, Erste Bürgermeisterin von Heilsbronn
Besonders kritisch sehen die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten die Signalwirkung für den ländlichen Raum. Statt Regionen zu stärken, drohe der Einfluss des Landkreises Ansbach auf Bundesebene zu sinken.
„Gerade ländliche Regionen brauchen eine starke und geschlossene Stimme in Berlin. Es wäre das falsche Signal, wenn ausgerechnet eine Region, die seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet, politisch auseinandergerissen würde. Das schafft keine besseren Strukturen, sondern neue Grenzen.“ Matthias Seitz, Erster Bürgermeister von Windsbach
Die SPD-Kreistagsfraktion und die SPD-Bürgermeister aus Kernfranken fordern deshalb, die Planungen zu überdenken. Bei einer Wahlkreisreform dürfen nicht ausschließlich statistische Vorgaben ausschlaggebend sein. Ebenso müssen gewachsene kommunale Partnerschaften, regionale Identitäten und funktionierende Lebensräume berücksichtigt werden.
Der gemeinsame Appell lautet deshalb:
Eine notwendige Wahlkreisreform darf nicht auf Kosten des ländlichen Raums gehen.
Kernfranken gehört zusammen – wirtschaftlich, infrastrukturell und politisch. Diese Realität muss sich auch in den Wahlkreisgrenzen widerspiegeln. Wer den Landkreis Ansbach stärkt, stärkt zugleich die Interessen der Menschen in unserer gesamten Region.
Heilsbronn, 02.08.2026 / Petra Hinkl - Fraktionsvorsitzende